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Auffällige Cholesterinwerte

BlutuntersuchungZu hohes Cholesterin bedeutet, dass die bei Ihnen gemessenen Blutwerte für LDL und/oder das Gesamtcholesterin auffällig sind, weil sie die durchschnittlichen Richtwerte für Cholesterin übersteigen. Dies weist auf ein erhöhtes Risiko für Arterienverkalkung (Arteriosklerose) und deren Folgeerkrankungen hin und sollte daher ärztlich behandelt werden.

Wie hoch das LDL-Cholesterin (LDL-C) idealerweise sein darf, hängt vom so genannten Herzkreislauf-Gesamtrisiko (CV-Risiko) ab. Grundsätzlich gilt: Je mehr Risikofaktoren für die Entstehung von Herz- und Kreislaufkrankheiten vorhanden sind, umso niedriger sollten die LDL-Cholesterinwerte sein. LDL-Cholesterin gilt als das „böse Cholesterin“, da erhöhte LDL-Werte eine Gefäßverkalkung mit gefährlichen Folgen nach sich ziehen können. Aber auch die Triglyzeride haben einen ungünstigen Einfluss auf die Gefäße.

Der Gegenspieler HDL – das so genannte „gute Cholesterin“ – hat hingegen positive Auswirkungen auf die Gefäße und den Cholesterinspiegel. Welche Werte bei einer Person als normal und welche als risikoreich gelten, muss der behandelnde Arzt individuell in Abhängigkeit der vorliegenden Risikofaktoren entscheiden. Die folgenden Werte sind als Richtwerte anzusehen.

Gesunde Menschen

Für Gesunde ohne zusätzliche Risikofaktoren gelten folgende Richtwerte:

  • Gesamtcholesterin <190 mg/dl = 5 mmol/l
  • LDL <160 mg/dl = 4,1 mmol/l
  • HDL mindestens 40 mg/dl = 1 mmol/l
  • Triglyzeride <150 mg/dl = 1,69 mmol/l

Menschen mit mittleren Risiko

Ein mittleres Risiko liegt vor, wenn zusätzlich zum erhöhten LDL-Spiegel ein weiterer Risikofaktor (allerdings keine koronare Herzerkrankung!) hinzukommt. Dazu gehören unter anderem Bluthochdruck, Rauchen, ein zu niedriger HDL-Cholesterinwert oder familiär gehäuft vorkommende Herzinfarkte. Ein mittleres Risiko besteht auch bei Patienten, die bei der Risiko-Profil-Bestimmung mittels PROCAM-Score ein 10 Jahres-Risiko von 10-20% für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall haben.

Bei einem mittleren Risiko sollte Ihr LDL-Cholesterin auf unter 130 mg/dl (3,36 mmol/l) gesenkt werden. Dann gelten folgende Richtwerte:

  • Gesamtcholesterin <190 mg/dl = 5 mmol/l
  • LDL <130 mg/dl = 3,4 mmol/l
  • HDL mindestens 40 mg/dl = 1 mmol/l
  • Triglyzeride <150 mg/dl = 1,69 mmol/l empfohlen

Hochrisikogruppe für Herzkreislauferkrankungen

Deutlich niedrigere Zielwerte werden angestrebt bei Patienten, die eine koronare Herzkrankheit (KHK, Herzkranzgefäßerkrankung), eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (Durchblutungsstörung der Beine), eine Erweiterung der großen Körperschlagader (Aortenaneurysma), eine Einengung der Halsschlagader (Carotisstenose) oder Diabetes mellitus haben. 

Denn wenn Sie unter diesen Erkrankungen leiden oder bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten, gehören Sie zur sogenannten Hochrisikogruppe. Auch wenn das nach einem Scoresystem wie z.B. dem PROCAM-Score errechnete 10-Jahres-Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall 20% oder mehr beträgt, gelten für Sie besonders strenge Maßstäbe: 

Ihr Gesamtcholesterin sollte <180 mg/dl (= 4,64 mmol/l) liegen. Außerdem sollte das LDL auf einen Wert unter 70 mg/dl (1,80 mmol/l) gesenkt werden, damit sich Ihre Gefäße nicht weiter verengen. Folgende Richtwerte gelten:

  • Gesamtcholesterin <180 mg/dl = 4,64 mmol/l
  • LDL <70 mg/dl = 1,80 mmol/l
  • HDL mindestens 40 mg/dl = 1 mmol/l
  • Triglyzeride <150 mg/dl = 1,69 mmol/l empfohlen

Unterschiedliche Leitlinien

Das American College of Cardiology (ACC) und die American Heart Association (AHA) veröffentlichte 2013 geänderte Leitlinien zur Cholesterinsenkung. Sie strichen konkrete Zielwerte für LDL-Cholesterin. Von der hochintensiven Therapie (etwa mit 80 mg Atorvastatin oder 40 mg Rosuvastatin) bei hohem Risiko wird eine Verminderung des LDL-C um mindestens 50% erwartet. Bei einer Therapie von mittlerer Intensität sollte der LDL-Cholesterinspiegel um 30 bis 50% verringert werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) empfiehlt weiterhin die Therapie anhand von definierten Zielwerten und verweist auf die Gemeinsamkeiten beider Leitlinien-Konzepte. Die Zielwerte (Empfehlung der Europäischen Gesellschaften) seien in der Regel nur mit höheren Dosierungen der Statine (Empfehlung der US-Leitlinien) zu erreichen.

Beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in 2015 forderten Experten eine  Senkung des Zielwertes für LDL-Cholesterins, da die neuen PCSK9-Hemmer dies ermöglichen würden.

Die unterschiedlichen Leitlinien machen die Therapie von zu hohen Cholesterinwerten nicht leichter. Es empfiehlt sich deshalb, im Zweifel den Rat von Ärzten einzuholen, die sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt haben. Manche Praxen bieten Cholesterin-Spezialsprechstunden an.

Wenn die Cholesterinwerte zu niedrig ausfallen

Zu niedrige Cholesterinwerte können demgegenüber auftreten aufgrund:

Insofern können zu niedrige Cholesterinwerte auch Anzeichen für eine Erkrankung sein.
 

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