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Auffällige Cholesterinwerte können viele Ursachen haben

BlutuntersuchungZu hohes Cholesterin bedeutet, dass die bei Ihnen gemessenen Blutwerte für LDL und/oder das Gesamtcholesterin auffällig sind, weil sie die durchschnittlichen Richtwerte für Cholesterin übersteigen. Dies weist auf ein erhöhtes Risiko für Arterienverkalkung (Arteriosklerose) und deren Folgeerkrankungen hin und sollte daher ärztlich behandelt werden.

Wie hoch das LDL-Cholesterin idealerweise sein darf, hängt vom so genannten Herzkreislauf-Gesamtrisiko ab. Grundsätzlich gilt: Je mehr Risikofaktoren für die Entstehung von Herz- und Kreislaufkrankheiten vorhanden sind, umso niedriger sollten die LDL-Cholesterinwerte sein. LDL-Cholesterin gilt als das „böse Cholesterin“, da erhöhte LDL-Werte eine Gefäßverkalkung mit gefährlichen Folgen nach sich ziehen können. Aber auch die Triglyzeride haben einen ungünstigen Einfluss auf die Gefäße. Der Gegenspieler HDL – das so genannte „gute Cholesterin“ – hat hingegen positive Auswirkungen auf die Gefäße und den Cholesterinspiegel. Welche Werte bei einer Person als normal und welche als risikoreich gelten, muss der behandelnde Arzt individuell in Abhängigkeit der vorliegenden Risikofaktoren entscheiden. Die folgenden Werte sind als Richtwerte anzusehen.

Gesunde Menschen

Für Gesunde ohne zusätzliche Risikofaktoren gelten folgende Richtwerte:

  • Gesamtcholesterin < 200 mg/dl = 5,17 mmol/l
  • LDL < 160 mg/dl = 4,13 mmol/l
  • HDL mindestens 40 mg/dl = 1,03 mmol/l
  • Triglyzeride < 150 mg/dl = 1,69 mmol/l

Menschen mit einem zusätzlichen Risikofaktor

Ein mittleres Risiko liegt vor, wenn zusätzlich zum erhöhten LDL-Spiegel ein weiterer Risikofaktor (allerdings keine koronare Herzerkrankung!) hinkommt. Dazu gehören unter anderem Bluthochdruck,  Rauchen, ein zu niedriger HDL-Cholesterinwert oder familiär gehäuft vorkommende Herzinfarkte.

Mit einem zusätzlichen Risikofaktor sollte Ihr LDL-Cholesterin auf unter 130 mg/dl (3,36 mmol/l) gesenkt werden. Dann gelten folgende Richtwerte:

  • Gesamtcholesterin < 200 mg/dl = 5,17 mmol/l
  • LDL < 130 mg/dl = 3,36 mmol/l
  • HDL mindestens 40 mg/dl = 1,03 mmol/l
  • Triglyzeride < 150 mg/dl = 1,69 mmol/l

Menschen mit einer Gefäßerkrankung oder Diabetes

Zu den Hochrisikopatienten zählen Menschen, die an einer koronaren Herzkrankheit (KHK) oder einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) leiden, bei denen ein so genanntes Aneurysma der großen Körperschlagader (Aorta) vorliegt, deren Halsschlagader deutlich eingeengt ist oder die an Diabetes mellitus leiden.

Denn wenn Sie unter der koronaren Herzkrankheit leiden, bereits einen Herzinfarkt erlitten haben oder an einer anderen Gefäßerkrankung leiden, gehören Sie zu den Personen, bei denen ein erhöhter Cholesterinspiegel das Infarktrisiko noch weiter steigert. Ihr Infarktrisiko ist ebenfalls erhöht, wenn Sie an der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) leiden. Daher gelten für Sie strengere Maßstäbe:

Ihr Gesamtcholesterin sollte <180 mg/dl (= 4,64 mmol/l) liegen. Außerdem sollte das LDL auf einen Wert unter 70 mg/dl (1,80 mmol/l) gesenkt werden, damit sich Ihre Gefäße nicht weiter verengen. Folgende Richtwerte gelten:

  • Gesamtcholesterin < 180 mg/dl = 4,64 mmol/l
  • LDL < 70 mg/dl = 1,80 mmol/l
  • HDL mindestens 40 mg/dl = 1,03 mmol/l
  • Triglyzeride < 150 mg/dl = 1,69 mmol/l

Wenn die Cholesterinwerte zu niedrig ausfallen

Zu niedrige Cholesterinwerte können demgegenüber auftreten aufgrund:

  • einer Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose),
  • schwerer Leberschäden oder
  • einer Mangelernährung.

Insofern können zu niedrige Cholesterinwerte z.B. auch Anzeichen für eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (Morbus Crohn oder Colitis Ulzerosa) sein. Das sollten Sie vom Arzt abklären lassen.
 

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