Cholesterinsenkende Medikamente individuell anpassbar
Wenn die alleinige Umstellung auf eine gesunde Ernährung und eine aktivere Lebensweise (inkl. Gewichtsreduktion) sowie die Behandlung einer möglicherweise zugrundeliegenden Grunderkrankung nicht ausreichen, um die Cholesterinwerte nachhaltig zu verbessern, ist eine medikamentöse Therapie angezeigt. Die Palette von cholesterinsenkenden Wirkstoffen ist heutzutage sehr groß und kann an die individuellen Patientenbedürfnisse angepasst werden. Allein durch die Behandlung von Risikopatienten mit so genannten Statinen können in Deutschland rund 9.000 Todesfälle jährlich verhindert werden!
Statine sind Medikamente aus der Gruppe der CSE-Hemmer (CSE = Cholesterin-Synthese-Enzym) und werden am häufigsten bei zu hohen Cholesterinspiegeln verordnet. Sie blockieren die körpereigene Produktion von Cholesterin, dadurch nehmen die Zellen vermehrt LDL-Cholesterin aus dem Blut auf. Sie reduzieren so im Blut das „schlechte“ LDL-Cholesterin, erhöhen das „gute“ HDL-Cholesterin und senken damit nachweislich das Risiko für Herzinfarkte und weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Unterstützend bietet sich eine Kombinationstherapie mit dem Wirkstoff Ezetimib an. Er hemmt die Verwertung des über die Nahrung zugeführten Cholesterins, es werden bis zu 50% weniger Cholesterin aus dem Dünndarm aufgenommen.
Da gleichzeitig die körpereigene Cholesterin-Produktion in der Leber wieder angeregt wird, bewirkt Ezetimib eine Senkung des LDL-Cholesterins um etwa 15-18%.
Die zweitgrößte Gruppe der cholesterinsenkenden Wirkstoffe sind die Fibrate. Sie vermindern auch die LDL-Menge im Blut, aber vor allem schränken sie die Triglycerid-Produktion in der Leber ein. Entsprechend verschreibt der Arzt Fibrate vor allem dann, wenn der Triglyceridspiegel gesenkt werden muss und/oder wenn Statine nicht vertragen werden.
Neben diesen beiden großen Gruppen gibt es noch verschiedene weitere Arzneimittel, die cholesterinsenkend wirken. Hierzu gehören Nikotinsäurederivate, so genannte Anionenaustauscher sowie hochdosierte pflanzliche Medikamente auf Basis von Artischocken- oder Knoblauch-Extrakten. Weiter können Ballaststoffe wie Leinsamen und Flohsamen unterstützend eingenommen werden.
Ihr Internist wird die Wahl der Medikamente und Dosierungen auf die individuellen Gegebenheiten des Patienten ausrichten und deren Wirksamkeit, d.h. den Behandlungserfolg regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf die Medikation neu anpassen.



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